3. September 2026 · 5 Min. Lesezeit
Wärmepumpe im Altbau: erst die Hülle, dann die Heizung
Ob eine Wärmepumpe wirtschaftlich läuft, entscheidet das Gebäude, nicht das Gerät. Warum die Reihenfolge der Massnahmen die Betriebskosten bestimmt.
Das Gerät ist nicht die entscheidende Grösse
Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je tiefer die Vorlauftemperatur sein darf. Die Vorlauftemperatur wiederum hängt davon ab, wie viel Wärme das Gebäude verliert und wie gross die Heizflächen sind. Ein unsanierter Altbau mit kleinen Radiatoren verlangt hohe Vorlauftemperaturen — und genau dort arbeitet jede Wärmepumpe am unwirtschaftlichsten.
Wird die Heizung ersetzt, ohne die Hülle zu betrachten, läuft die neue Anlage dauerhaft gegen einen zu hohen Wärmebedarf. Die Investition ist getätigt, der Betrieb bleibt teuer.
Was der GEAK Plus dazu beiträgt
Der Beratungsbericht zeigt bis zu fünf Varianten für die Modernisierung, jeweils mit Wirkung auf die Effizienzklassen und mit geschätzten Investitionskosten. Was der Ausweis selbst kostet, steht unter Kosten. Eine der Varianten bildet immer eine Gesamterneuerung ab — also den Fall, in dem Hülle und Technik zusammen betrachtet werden.
Damit lässt sich beantworten, ob eine Dämmmassnahme vor dem Heizungsersatz die Anlage kleiner, günstiger und im Betrieb sparsamer macht. Häufig ist die kleinere Wärmepumpe in Kombination mit einer Hüllensanierung über die Lebensdauer die günstigere Lösung.
Worauf Sie bei der Offerte achten sollten
Bei Anlagen bis 15 kW verlangt der Kanton ein Wärmepumpen-System-Modul mit Anlagezertifikat. Die bestehende Heizung muss vollständig demontiert werden, inklusive Kessel und Brenner.
- Wird die Vorlauftemperatur bei Auslegung und Heizlast berücksichtigt — oder nur die Wohnfläche?
- Bleiben die bestehenden Heizflächen, und reichen sie für eine tiefe Vorlauftemperatur?
- Ist eine Hüllensanierung in Etappen vorgesehen, und passt die Anlagengrösse dazu?
Die Frist gilt auch hier
Der Beitrag für den Heizungsersatz kommt aus dem Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen und wird nach Anlagengrösse berechnet. Das Gesuch muss vor Baubeginn eingereicht sein. Klären Sie die Förderfähigkeit zusammen mit der Auslegung — nicht nach der Bestellung.