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Energieausweis Bern

Energieausweis Bern

«Energieausweis» und «Gebäudeenergieausweis» sind die Wörter, mit denen die meisten Eigentümerinnen und Eigentümer suchen. Das Dokument, das sie meinen, heisst in der Schweiz GEAK — Gebäudeenergieausweis der Kantone. Diese Seite erklärt, was ein Energieausweis ist, was der GEAK damit zu tun hat, wann Sie im Kanton Bern einen brauchen, wer ihn ausstellt und was er kostet.

Eine Klarstellung am Anfang, weil sie wichtig ist: Wir sind weder der Verein GEAK noch eine kantonale Amtsstelle, und wir stellen keine Energieausweise aus. Wir sind ein unabhängiger Anbieter, der den Kontakt zu einer registrierten Expertin oder einem registrierten Experten herstellt und dabei auf die Reihenfolge der Fördergesuche hinweist. Den Ausweis selbst erstellt die Fachperson.

Energieausweis, Gebäudeenergieausweis, GEAK: die Begriffe

Drei Wörter, ein Dokument. «Energieausweis» ist der Sammelbegriff, «Gebäudeenergieausweis» die ausgeschriebene Form, und «GEAK» ist die Abkürzung für Gebäudeenergieausweis der Kantone. Der GEAK ist der schweizweit einheitliche Ausweis: Er gilt in allen Kantonen, wird nach derselben Normierung berechnet und macht Gebäude deshalb untereinander vergleichbar. Ein kantonaler Ausweis mit einer anderen Skala existiert in der Schweiz nicht.

Der Ausweis beurteilt drei Merkmale auf drei Skalen mit je sieben Klassen von A bis G: die Effizienz der Gebäudehülle, die Gesamtenergieeffizienz und die direkten CO₂-Emissionen des Gebäudes. Anwendbar ist er auf Wohngebäude, Verwaltungs- und Schulbauten, Hotels, Verkaufsflächen, Restaurants sowie auf Mischnutzungen dieser Kategorien. Wer die Begriffe gleichsetzt, liegt also richtig — wer den Ausweis sucht, findet ihn unter dem Namen GEAK.

Quelle: geak.ch, Was ist der GEAK. Stand: 18. September 2026.

Der GEAK Plus ist der Ausweis mit Sanierungsfahrplan

Beim GEAK Plus geht es nicht um eine schönere Grafik, sondern um ein zweites Dokument. Der Ausweis bleibt die Etikette. Dazu kommt ein Beratungsbericht mit bis zu fünf Sanierungsvarianten, die auf Ihr Gebäude zugeschnitten sind, einer Prioritätenliste, einem Vorschlag zur Etappierung und einer Schätzung von Investitionskosten, Unterhaltskosten und erwarteter Einsparung. Die möglichen Förderbeiträge werden im Bericht gleich mitberechnet, damit Sie die tatsächlichen Investitionskosten sehen und nicht nur die Bruttosumme.

Das Produktreglement verlangt, dass in jedem GEAK Plus eine Gesamterneuerungsvariante abgebildet ist — eine Variante, die das energetische Sanierungspotenzial des Gebäudes ausschöpft. Besteht eine fossile Heizung, muss zusätzlich mindestens eine Variante deren Ersatz durch erneuerbare Energien zeigen. Das ist der Grund, warum der GEAK Plus bei Fördergesuchen für die Gebäudehülle als Beilage verlangt wird und der einfache GEAK nicht.

Quelle: Kanton Bern, Amt für Umwelt und Energie (AUE), Förderbeiträge Beratung. Stand: 18. September 2026.

Wer den Ausweis im Kanton Bern ausstellt

Ausstellen darf ihn nicht jede Baufirma. Der GEAK wird von Expertinnen und Experten erstellt, die beim Verein GEAK registriert sind und die Berechnung im GEAK-Online-Tool durchführen; ein Ausweis ausserhalb dieses Verfahrens ist kein GEAK. Im Kanton Bern waren im letzten Erhebungsstand 271 Experten in 226 Firmen registriert, 273 davon mit GEAK-Plus-Kompetenz. Rund 88 Prozent dieser Betriebe sind Ein-Personen-Betriebe.

Das hat eine praktische Folge: Der Preis ist hier im Wesentlichen der Preis der Arbeitszeit der Person, die zu Ihnen fährt, das Gebäude aufnimmt und den Bericht schreibt. Zwei Betriebe mit demselben Stundenansatz können für dasselbe Haus verschieden viel verlangen. Und die Auswahl ist keine Formsache, wenn der Bericht später Ihre Sanierungsentscheide tragen soll. Wer in Ihrer Region mit welchen publizierten Referenzen arbeitet, haben wir unter GEAK-Experten Bern zusammengestellt.

Noch eine Zahl zur Einordnung: Im Kanton Bern gibt es rund 1'357 Suchanfragen pro Monat zu GEAK-Ausweisen, aber nur etwa 113 Aufträge, die tatsächlich ausgeführt und publiziert werden. Die Nachfrage nach Information ist also rund zwölfmal so gross wie die Zahl der ausgestellten Ausweise. Viele Eigentümerinnen und Eigentümer klären zuerst ab, ob sich der Aufwand lohnt — genau dafür ist diese Seite da.

Wann Sie im Kanton Bern einen Energieausweis brauchen

Eine allgemeine Pflicht, bei jedem Verkauf einen GEAK vorzulegen, besteht im Kanton Bern nicht. Der GEAK ist grundsätzlich freiwillig; einzelne Kantone kennen bei einer Handänderung oder beim Heizungsersatz ein Obligatorium, die meisten nicht. Die Einzelheiten zum Kanton Bern haben wir im Beitrag Ist der GEAK im Kanton Bern Pflicht? zusammengefasst.

Freiwillig heisst aber nicht folgenlos. Es gibt vier Situationen, in denen ein Ausweis faktisch vorausgesetzt wird — und in der ersten davon entscheidet die Reihenfolge über Geld.

Sie wollen den kantonalen Beitrag an den GEAK Plus

Der Kanton Bern beteiligt sich am GEAK Plus mit einem Pauschalbeitrag von CHF 1'000 für das Doppel- und Einfamilienhaus und CHF 1'500 für Mehrfamilienhäuser, Verwaltung, Schule, Verkauf und Restaurant. Beitragsberechtigt sind Eigentümerinnen und Eigentümer von Gebäuden mit Baujahr vor 2012, und die Zusicherung ist ein Jahr gültig. Entscheidend ist die Reihenfolge: Das Beitragsgesuch mit der Offerte des Experten muss beim Kanton liegen, bevor der GEAK Plus erstellt wird. Wer zuerst bestellt und danach das Gesuch einreicht, verliert den Beitrag.

Sie sanieren und wollen den Klassenaufstieg fördern lassen

Förderbeiträge für die Gebäudehülle werden über den Aufstieg in GEAK-Effizienzklassen berechnet. Als Beilagen zum Beitragsgesuch verlangt der Kanton einen beglaubigten GEAK mit Datenauszug zur Publikation sowie einen GEAK Plus gemäss Produktreglement. Ohne diese Dokumente gibt es den Beitrag nicht.

Sie ersetzen eine Öl-, Gas- oder Elektroheizung

Beim Heizungsersatz ist nicht in jedem Fall ein Ausweis nötig. Sobald es für Ihr Gebäude aber keine Standardlösung gibt — etwa wegen einer komplexen Wärmeverteilung, einer gemischt genutzten Liegenschaft oder weil mehrere Massnahmen gleichzeitig geplant sind — wird der Ausweis zur Grundlage der Planung und der Beitragsberechnung.

Sie verkaufen oder finanzieren

Im Kanton Bern löst ein Verkauf keinen Ausweis aus. Ein Ausweis ist trotzdem ein Argument: Er belegt den energetischen Zustand in landesweit vergleichbaren Klassen und macht Sanierungsbedarf verhandelbar statt behauptet. Auch Banken fragen bei der Finanzierung einer Sanierung zunehmend nach einem Sanierungsfahrplan.

Der Ablauf — und warum die Reihenfolge Geld kostet

Der Kanton beschreibt das Verfahren in drei Schritten: erst das Beitragsgesuch mit Beilagen vor der Erstellung des GEAK Plus, dann die Erstellung, dann das Auszahlungsgesuch vor Ablauf der Frist. Beilage zum Beitragsgesuch ist die Offerte — also die schriftliche Offerte des Experten, nicht die Rechnung. Genau hier scheitern die meisten Fälle: Wer den Experten zuerst beauftragt, hält die Offerte erst danach in der Hand und reicht sie zu spät ein. Der Leitfaden des Kantons hält dazu fest, dass auf später eingereichte Gesuche nicht eingetreten wird, und dass eine nachträgliche Eingabe als unwahre Angabe gilt und strafrechtliche Folgen haben kann.

Zuständig ist das Amt für Umwelt und Energie, Laupenstrasse 22, 3008 Bern, Telefon +41 31 633 36 50, [email protected]. Eingereicht wird über das Online-Portal www.be.ch/energiefoerderung mit Login über BE-Login mittels AGOV.

Die Förderbeiträge und die geltenden Bedingungen stehen auf den Seiten des Kantons: Förderbeiträge Beratung, Förderbeiträge Gebäude und im Leitfaden Förderprogramm Kanton Bern (PDF). Stand: 18. September 2026; Leitfaden in der Fassung März 2026. Massgebend ist immer die dort publizierte Fassung — Bedingungen und Beträge können sich ändern, und wir sagen Ihnen offen, wenn eine Angabe in Ihrem Fall nicht mehr gilt.

Was ein Energieausweis kostet

Die einzige uns bekannte publizierte Preisliste für den Kanton Bern stammt von Göldi Energie. Wir geben sie wieder, weil sie überprüfbar ist — nicht, weil sie für alle Anbieter gilt. Für alle anderen Betriebe im Kanton lautet die ehrliche Antwort «auf Anfrage»: Wir veröffentlichen keine Schätzung als Preis.

LeistungGebäudePreis
GEAKEin- und DoppeleinfamilienhausCHF 750
GEAKMehrfamilienhaus (3 bis 10 Wohnungen)CHF 1'000
GEAK PlusEin- und DoppeleinfamilienhausCHF 2'000
GEAK PlusMehrfamilienhaus (3 bis 10 Wohnungen)CHF 2'800
GEAK und GEAK PlusMehrfamilienhaus ab 10 Wohnungenauf Anfrage
GEAKVerwaltungs- und Schulbautenauf Anfrage

Alle Beträge exklusive Mehrwertsteuer; der Anbieter behält sich Abweichungen bei anspruchsvollen Grundrissen und bei Gebäuden im kantonalen Bauinventar vor. Stand der Überprüfung: 18. September 2026. Quelle: goeldienergie.ch, Preise GEAK Kanton Bern.

Auf der Rechnung steht bei einem GEAK Plus also nicht der Bruttopreis, sondern der Nettobetrag. Beim Einfamilienhaus sind das mit den oben genannten Zahlen CHF 2'000 abzüglich CHF 1'000 Beitrag, also rund CHF 1'000; beim Mehrfamilienhaus CHF 2'800 abzüglich CHF 1'500, also rund CHF 1'300. Das Honorar für den Ausweis zahlen Sie direkt an den Experten — über die Vermittlung an eine Fachperson kommt bei uns nichts dazu. Die einzelnen Positionen und ihre Berechnung finden Sie unter Kosten, den möglichen Beitrag für Ihr Gebäude schätzen Sie in zwei Minuten im Förderrechner.

Steuerlich lohnt sich der Ausweis zusätzlich: Der Bundesabzug für energetische Sanierungen läuft bis zum 31.12.2028. Danach fällt diese Möglichkeit weg — ein Ausweis, der eine Sanierung vorbereitet, ist also auch ein Steuerthema und nicht nur ein Förderformular.

Häufige Fragen zum Energieausweis

Ist ein Energieausweis das Gleiche wie ein GEAK?

Im Kern ja. «Energieausweis» und «Gebäudeenergieausweis» sind die allgemeinen deutschen Begriffe, «GEAK» ist der Name des Gebäudeenergieausweises der Kantone. In der Schweiz ist der GEAK das Dokument, das gemeint ist, wenn von einem Energieausweis für ein Gebäude die Rede ist: eine Energieetikette mit sieben Klassen von A bis G.

Ist der Gebäudeenergieausweis im Kanton Bern Pflicht?

Der GEAK ist grundsätzlich freiwillig. Einzelne Kantone kennen bei einer Handänderung oder beim Heizungsersatz ein Obligatorium, andere nicht. Für den Kanton Bern: Es gibt keine allgemeine Pflicht, bei einem Verkauf einen Ausweis vorzulegen. Sobald Sie einen kantonalen Beitrag wollen, wird der Ausweis jedoch faktisch zur Voraussetzung.

Was ist der Unterschied zwischen GEAK und GEAK Plus?

Der GEAK bewertet den Ist-Zustand: Gebäudehülle, Gesamtenergieeffizienz und direkte CO₂-Emissionen in Klassen von A bis G. Der GEAK Plus enthält dieselbe Etikette plus einen Beratungsbericht mit bis zu fünf Sanierungsvarianten, einer Prioritätenliste, einer Etappierung sowie den geschätzten Investitions- und Betriebskosten. Für den kantonalen Förderbeitrag fördert der Kanton Bern den GEAK Plus mit Beratungsbericht, nicht den einfachen GEAK.

Was kostet ein Energieausweis im Kanton Bern?

Veröffentlichte Preise von Göldi Energie (Stand 18. September 2026, exkl. MwSt.): GEAK CHF 750 für Ein- und Doppeleinfamilienhäuser, CHF 1'000 für Mehrfamilienhäuser mit 3 bis 10 Wohnungen. GEAK Plus CHF 2'000 beziehungsweise CHF 2'800. Für alle anderen Anbieter im Kanton sind uns keine publizierten Preise bekannt — dort heisst die Antwort «auf Anfrage».

Zahlt der Kanton Bern einen Teil des Energieausweises?

Ja, aber nur für den GEAK Plus: CHF 1'000 für Doppel- und Einfamilienhäuser, CHF 1'500 für Mehrfamilienhäuser, Verwaltung, Schule, Verkauf und Restaurant. Beitragsberechtigt sind Eigentümer von Gebäuden mit Baujahr vor 2012, die Zusicherung ist ein Jahr gültig. Einfache GEAK, die nur der Einstufung dienen, werden über dieses Programm nicht gefördert.

Was muss zuerst passieren — Gesuch oder Beauftragung?

Zuerst das Gesuch. Das Beitragsgesuch mit der schriftlichen Offerte des Experten muss beim Kanton eingereicht sein, bevor der GEAK Plus erstellt wird; danach folgt das Auszahlungsgesuch vor Ablauf der Zusicherungsfrist. Auf später eingereichte Gesuche wird nicht eingetreten, und eine nachträgliche Eingabe gilt als unwahre Angabe und kann strafrechtliche Folgen haben. Wer den Experten zuerst beauftragt, riskiert den ganzen Beitrag.

Wer stellt den Energieausweis im Kanton Bern aus?

Nur Expertinnen und Experten, die beim Verein GEAK registriert sind und die Berechnung im GEAK-Online-Tool durchführen. Im Kanton Bern sind 271 Experten in 226 Firmen registriert, 273 davon mit GEAK-Plus-Kompetenz. Rund 88 Prozent aller Betriebe sind Ein-Personen-Betriebe — Sie sprechen also in der Regel direkt mit der Person, die Ihr Gebäude aufnimmt.

Wie lange ist ein Energieausweis gültig?

Der GEAK wird in einer zentralen Datenbank erfasst und ist dort bis zu zehn Jahre abrufbar. Für Fördergesuche zählt zusätzlich die Frist der Beitragszusicherung: Läuft sie ab, bevor das Auszahlungsgesuch eingereicht ist, kann der Beitrag nicht mehr ausbezahlt werden.

Was wir für Sie übernehmen

Wir erstellen keinen Energieausweis und wir reichen keine Gesuche für Sie ein. Wenn Sie den Ausweis nicht nur zur Orientierung wollen, sondern hinterher auch den Beitrag erhalten möchten, entscheidet die Reihenfolge: Beitragsgesuch zuerst, Beauftragung danach, und bei Gebäudesanierungen zusätzlich vor Baubeginn. Diese Reihenfolge geben wir jeder Fachperson mit, die wir Ihnen vermitteln — sie ist der Punkt, an dem im Kanton Bern die meisten Beiträge verloren gehen.

Die Wahl des Betriebs bleibt Ihre. Für Sie kostet die Vermittlung nichts; das Honorar für den Ausweis bezahlen Sie direkt an die Fachperson.

Ausweis ja — aber in der richtigen Reihenfolge

Prüfen Sie zuerst, welcher Beitrag für Ihr Gebäude möglich ist. Danach vermitteln wir Ihnen einen geprüften Experten im Kanton Bern.